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Raub

Raubstraftaten werden in verschiedene kriminologische Erscheinungsformen unterteilt: Raub auf Geld- und Werttransporte, Raub auf Zahlstellen und Geschäfte, Raub auf Straßen, Wegen und Plätzen, Handtaschenraub, räuberischer Angriff auf Kraftfahrer, Raub aus Wohnungen. Der Straftatenanteil der Raubdelikte gemessen an der Gesamtzahl aller erfassten Straftaten lag im Jahr 2013 bei 0,8 Prozent.

Allen Raubdelikten ist gemeinsam, dass der Täter oft ein unverhältnismäßig hohes Maß an Gewalt einsetzt, um in den Besitz der Beute zu gelangen.  Insbesondere der Straßen- und Handtaschenraub sind Delikte, die ganz wesentlich zum Bedrohtheitsgefühl im öffentlichen Raum und zur Angst vor Verbrechen in der Bevölkerung beitragen.

Eine bestimmte Vorgehensweise gibt es beim Straßenraub nicht. Männliche Einzeltäter unter 21 Jahren greifen vorwiegend einzelne, körperlich unterlegene Opfer an. Bei jugendlichen Tätern ist das Handeln innerhalb einer Gruppe typisch. Ihre Opfer sind eher im gleichen Alter wie sie. In dieser Altersklasse geht es oft nicht um eine Bereicherung, sondern die Motive sind Dominanzverhalten, Langeweile oder Nachahmung. Der Gebrauch von Waffen (relativ selten) und Gegenständen ist bei einigen Tätern eingeplant, um erwarteten oder tatsächlichen Widerstand zu überwinden.

Der Straßenraub ist die häufigste Form bei den Raubdelikten und ein typisches Großstadtdelikt. Bezeichnend für den Handtaschenraub ist das überraschende Wegnehmen bzw. Wegreißen einer Handtasche oder eines ähnlichen Gebrauchsgegenstandes ohne weitergehende Auseinandersetzung mit dem Opfer. Der Täter setzt die eigene Körperkraft unter Ausnutzung des Überraschungsmoments beim Vorbeilaufen oder Vorbeifahren mit dem Motorrad, Fahrrad oder Inlineskatern ein. Die Täter sind vorwiegend männliche Kinder und Jugendliche, die Opfer fast ausschließlich ältere Frauen. Bevorzugte Tatorte sind Stadtrandanlagen, Parkanlagen, Friedhöfe und Nebenstraßen. Die Tat erfolgt häufig nach Einbruch der Dunkelheit.