Opferentschädigung

Hier geht es um Geld für Opfer

Entschädigung für Opfer von Gewalttaten (OEG)

Wenn Sie durch die Tat gesundheitliche Beeinträchtigungen körperlicher und / oder seelischer Art erlitten haben, können Leistungen nach dem Gesetz über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten (OEG) beantragt werden.

 

Gewalttaten im Sinne des OEG sind zum Beispiel:
  • vorsätzliche Körperverletzungs- und Tötungshandlungen
  • Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen
  • der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen

 

Als Leistungen nach dem OEG können u.a. gewährt werden:
  • Heil- und Krankenbehandlung
  • Beschädigtenrente
  • Hinterbliebenenversorgung für Witwen, Witwer,
  • Waisen und Eltern
  • Bestattungs- und Sterbegeld
  • Kapitalabfindungen/Grundrentenabfindung


Ein Schmerzensgeld wird nicht gezahlt. Sach- und Vermögensschäden werden dem Geschädigten bzw. der Geschädigten grundsätzlich nicht ersetzt. Ausnahmen gelten für am Körper getragene Hilfsmittel, Brillen, Kontaktlinsen oder Zahnersatz.

 

Ferner stehen Gewaltopfern Leistungen der Kriegsopferfürsorge zu. Diese umfassen:
  • Hilfe zur Pflege
  • Hilfe zur Weiterführung des Haushaltes
  • Altenhilfe
  • Erholungshilfe
  • Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
  • Eingliederungshilfe/Hilfen in besonderen Lebenslagen
  • Krankenhilfe
  • Erziehungsbeihilfe
  • Wohnungshilfe
  • Ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt

 

Die Gewährung von Leistungen nach dem OEG setzt voraus:
  • Die Gewalttat muss sich auf dem Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland ereignet haben (für Auslandstaten gelten im OEG Sonderregelungen)
  • Die Mithilfe bei der Aufklärung der Straftat (z.B. die Erstattung einer Strafanzeige bei der Polizei / Staatsanwaltschaft)
  • Einen Antrag beim zuständigen Landratsamt (bzw. vergleichbarer Stelle)
  • Opfer von Gewalttaten können auch  EU-weit Entschädigung beantragen 


Die europäische Richtlinie 2004/80/EG zur Entschädigung der Opfer von Gewalttaten ist innerhalb der EU seit 2009 umgesetzt. Als Gewaltopfer können Sie im Tatortland Opferentschädigung beantragen, indem Sie in ihrem Heimatland einen Antrag auf Entschädigung bei der sog. nationalen Unterstützungsbehörde einreichen.

Als Informationsplattform und zur Beiziehung der jeweiligen nationalen Antragsformulare dient der Europäische Gerichtsatlas für Zivilsachen mit dem Abschnitt „Entschädigung der Opfer von Straftaten“. Dort finden Sie über eine europäische Landkarte unter anderem

  • Antragsformulare und Übersetzungshilfen
  • die Erreichbarkeit der nationalen Unterstützungsbehörden.

 

Weiterführende Informationen:
  1. auf der Webseite der nationalen (deutschen) Unterstützungsbehörde: http://www.bmas.de/DE/Themen/Soziale-Sicherung/Soziale-Entschaedigung/Opferentschaedigungsrecht/oeg.html
  2. auf der Webseite Europäischer Gerichtsatlas – Entschädigung von Opfern von Straftaten: ec.europa.eu/justice_home/judicialatlascivil/html/cv_compensation_de.htm

Für Auskünfte und Anträge auf Leistungen nach dem OEG sind die Versorgungsämter oder vergleichbare Stellen zuständig.

Adressen zur Anforderung und Einreichung Ihres Antrages auf Opferentschädigung - nach Bundesland angeordnet:

Regierungspräsidium Stuttgart
Landesversorgungsamt Baden-Württemberg
Ruppmannstr. 21
70565 Stuttgart

Zentrum
Bayern Familie und Soziales
Landesversorgungsamt
Hegelstr. 2
95447 Bayreuth

Landesamt für Gesundheit und Soziales
Landesversorgungsamt Berlin
Sächsische Str. 28-30
10707 Berlin

Landesamt für Soziales und Versorgung Brandenburg
Versorgungsamt
Lipezkerstr. 45, Haus 5
03048 Cottbus

Versorgungsamt Bremen
Friedrich-Tauers-Str. 26
28195 Bremen

Versorgungsamt Hamburg
Adolph-Schönfelder-Str. 5
22083 Hamburg

Regierungspräsidium Gießen
Landesversorgungsamt Hessen
Ludwigplatz 13
35390 Gießen

Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg Vorpommern
Abt. Soziales Versorgungsamt
Dezernat Zentrale Aufgaben
Erich-Schlesinger-Str. 35
18059 Rostock

Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie
LS Domhof 1
31134 Hildesheim

Rheinland:

Landschaftsverband Rheinland
50663 Köln

 

Westfalen-Lippe:

Landschaftsverband Westfalen-Lippe
LWL-Versorgungsamt Westfalen
48133 Münster

Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz
Baedekerstr. 2-10
56073 Koblenz

Landesamt für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz
Abt. C
Hochstr. 67
66115 Saarbrücken

Sächsisches Landesamt für Familie und Soziales
Reichsstr. 3
09112 Chemnitz

Landesverwaltungsamt des Landes Sachsen-Anhalt
Referat Versorgungsamt
Soziales Entschädigungsrecht
Maxim-Gorki-Str. 7
06114 Halle (Saale)

Landesamt für soziale Dienste Schleswig-Holstein
Steinmetzstr. 1-11
24534 Neumünster

Thüringer Landesamt für Soziales und Familie
Landesversorgungsamt
Karl-Liebknecht-Str. 4
98527 Suhl